#31 Lea Caminada [DE]: Das CERN, Teilchenphysik und Mentoring
Shownotes
Lea Caminada ist Professorin für Teilchenphysik an der Universität Zürich, leitete eine Forschungsgruppe für Hochenergiephysik am Paul Scherrer Institut (PSI) und arbeitet an der Weiterentwicklung des CMS-Experiments am CERN. Zwischen 2001 und 2006 war Lea Caminada Geförderte der Schweizerischen Studienstiftung. Lea Caminada hat ursprünglich an der ETH Zürich Physik studiert und im Bereich der Teilchenphysik an der ETH Zürich und am Paul Scherrer Institut promoviert. 2010 hat sie ihre Doktorarbeit abgeschlossen , welche unter anderem mit der ETH-Medaille und einem Preis der CMS-Kollaboration am CERN ausgezeichnet wurde. Vor ihrer jetzigen Position hat sie mehrere Jahre am Lawrence Berkeley National Laboratory (LBNL) in den USA geforscht. Ein Gespräch über die Faszination der Teilchenphysik, die Forschung am CERN sowie den persönlichen Ausgleich zum Arbeitsalltag.
Moderation: Sandra Bastelberger Website: www.studienstiftung.ch Produktion: Podcast Zurich Graphik Logo: Bettina Gysin, basierend auf ein Werk von Alissa Siara, ehemalige Geförderte
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00:00:00: Neugiergetriebene Wissenschaft ist etwas, was ich ganz toll finde.
00:00:03: Dass man ein Problem hat oder etwas, das man nicht versteht und versucht die Antwort zu finden.
00:00:07: Ich finde es sehr herausfordernd und auch intellektuell stimulieren.
00:00:12: Das macht mir einfach Spaß, Rätsel um Probleme zu lösen in dem Sinn.
00:00:19: Begegnungen at Funditüts Ein Podcast der Schweizerischen Studienstiftung Inspirierende
00:00:29: Gespräche mit
00:00:30: den Netzwerken der Stiftung.
00:00:36: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge unseres Podcasts, Begegnungen at Fonditüte.
00:00:41: Ich bin Sandra Bastelberger, wissenschaftlich Mitarbeiterin der Geschäftsstelle der Schweizerischen Studienstiftung und bin dort für MINT verantwortlich und leite das Werner Siemens Programm.
00:00:51: Meine heutige Gäste ist die Experimentalphysikerin und Alumner der Studienstiften Lia Kaminarer.
00:00:57: Hallo Lia Freut mich sehr dass du heute da bist.
00:01:00: herzlich Willkommen
00:01:01: Hallo Sandra.
00:01:01: ich freue mich auch sehr hier zu sein und vielen Dank für die Einladung.
00:01:05: Gerne doch Leer, ich stelle dich kurz vor.
00:01:08: Du kommst aus Zürich und nach der Matur bist du dann in der Schweizerischen Studienstiftung beigetreten und hast einen Physikstudium begonnen an der ETH Züricher.
00:01:18: Im Laufe des Studiums hast du dann zur Teilchenphysik gefunden und das ist das Feld, dass bis heute deine Karriere prägt.
00:01:26: Nach dem Studium hast du denn promoviert an den ETH und am Paul Scherer-Institut in Willigen?
00:01:43: Und im Zentrum deiner Arbeit stehen sogenannte Silyzium-Pixel-Detektoren und an deren Entwicklung was demmaßgeblich beteiligt.
00:02:07: Diese kommen heute im Innersten vom CMS-Detector am CERN, am LHC zum Einsatz und diese waren natürlich auch im Einsatz als das Higgs Teilchen entdeckt wurde.
00:02:19: Anschließend bist du für einige Zeit in die Vereinigten Staaten gegangen und hast dort am Lawrence Berkeley Lab in Kalifornien geforscht.
00:02:27: Heute bist du nun Professorin an der Uni Zürich, für Teilchen Physik – und gleichzeitig leitest du auch noch einer Forschungsgruppe für Hochenergiephysik im Pauschera-Institut – und bist immer noch bei der Weiterentwicklung des CMS-Experiments CERN.
00:02:44: stark zugange!
00:02:47: Und dazu bist du auch noch Mutter von zwei Kindern.
00:02:50: Also
00:02:51: ich habe jetzt schon ganz viele Begriffe und Abkürzungen verwendet, die Leute vielleicht nicht unbedingt kennen.
00:03:00: Ich bin ja ganz einfach gefragt was machst Du eigentlich?
00:03:03: Was erforscht Du?
00:03:05: Ja also ich glaube die Einleitung erzählt das schon zu einem gewissen Teil.
00:03:10: wie gesagt ich mache Teichemusik und was ich mache ist experimentelle Teichenmusik.
00:03:17: um die Struktur der Materie zu überprüfen.
00:03:20: Ich versuche herauszufinden, wie die Materie aufgebaut sind und was die Grundbausteine der Materien sind und wie diese Grundbausteine miteinander wechselwirken.
00:03:30: Und weil das gleichzeitig erklärt, was die Zusammensetzung unseres Universums ist lernen wir durch diese Forschung auch etwas über die Geschichte des Universums.
00:03:41: also konkret arbeite ich am CMS-Experiment am Large Hadron Collider.
00:03:47: Large Hadrone Collider meint, dass es ein großer Collider ist indem wir Hadronen in diesem Fall Protonen kollidieren und diese Teilchen werden im Beschleuniger auf sehr hohe Energien gebracht und dann zur Kollision gebracht.
00:04:01: und an dem Punkt wo sie kollidiert bauen wir unsere Experimente und weisen die Teilchen nach die in der Kollision erzeugt werden Versuchen dann durch die Rekonstruktion diese Teilchenrückschlüsse darüber zu ziehen, was in den Kollisionen passiert ist und was in dieser subatomaren Welt geschieht.
00:04:23: Ist es das, was dich daran fasziniert an der Teilchenphysik?
00:04:27: Macht dieses Wissen über das Universum für dich die Teilchen-Physik so besonders?
00:04:32: Ich glaube auf diese Frage gibt es mehrere Antworten.
00:04:35: Also ja, das ist was mich fasziniert an der Teilchenmusik weil ich es konzeptionell sehr faszinerend und spannend finde dass es überhaupt möglich ist also dass wir experimentell in der Lage sind diese Teilchen strahlen so genau zu kontrollieren und zu vermessen dass es uns wirklich gelingt repetitierbare Experimente zu machen und Rücklöse zu ziehen.
00:04:55: Ich finde das immer noch faszinierend, wenn man ein Zern ist, man sieht diese riesigen Maschinen, die riesigen Detektoren, die Komplexität des Ganzen, dass es sicher etwas, das einen Teil der Faszination für mich ausmacht.
00:05:08: Das andere ist auch einfach, dass ich wirklich gerne Grundlagenforschung mache, wo ich glaube, Ja, im Grunde doch neugiergetriebene Wissenschaft ist etwas was ich ganz toll finde.
00:05:22: Also dass man ein Problem hat oder etwas das man nicht versteht und versucht die Antwort zu finden.
00:05:26: Ich will das sehr herausfordern und auch intellektuell stimulieren.
00:05:30: Das macht mir einfach Spaß, Rätsel um Probleme zu lösen in dem Sinn.
00:05:36: Und das andere ist auch...ich habe die Größe der Experimente angesprochen und um sowas zu bauen braucht man sehr viele Leute und man braucht viele Leute aus verschiedenen Disziplinen.
00:05:48: Und die kommen am Zähnen zusammen, arbeiten dann zusammen um sowas zu ermöglichen.
00:05:53: Das ist eine große internationale Kollaboration.
00:05:57: Der Reservant der CMS-Experiment alleine hat etwa viertausend Leute.
00:06:03: Die reine Tatsache, dass diese Zusammenarbeit klappt, dass die Leute gemeinsam an einem Ziel der Grundlagenforschung arbeiten finde ich toll!
00:06:14: Das finde ich auch toll zu hören.
00:06:17: Ich habe jetzt auch beobachtet, dass es natürlich nicht die Leute nur sind, die an diesen Experimenten arbeiten und so fasziniert sind.
00:06:24: Wir sehen das immer wieder in der Studienstiftung.
00:06:26: Wir organisieren regelmäßig Exkursionen zum Zern um eben auch CMS anzuschauen.
00:06:32: Und letzten Januar waren wir da – ich durfte auch mit!
00:06:35: Es hat mich sehr gefreut.
00:06:37: Das Interesse war wirklich riesig.
00:06:38: Es gab so viele Anmeldungen von Studierenden aus unterschiedlichsten Fachrichtungen von Medizinern über Sprachwissenschaftler, über Juristen.
00:06:48: Alle wollten sie mitkommen und das erleben
00:06:50: können.".
00:06:51: Und dazu muss man sagen... Das sind drei Stunden Anreise für viele Leute gewesen.
00:06:56: also das war nicht ohne!
00:06:58: Und dann frage ich mich einfach warum hat das Zerren so eine große Anziehungskraft auf Leute die eigentlich nichts mit Physik am Hut haben?
00:07:07: Wie erklärst du dir das?
00:07:09: Ja auch da Ich denke, ich kann nur von mir auf andere schließen.
00:07:14: Die gleichen Punkte, die ich erwähnt habe sind im gewissen Weise auch faszinierend für andere Leute, die sich nicht unbedingt wie Physik befassen.
00:07:22: Das erste Mal ist das Grundkonzept der Experimente, dass man eben was kollidiert und guckt, was passiert.
00:07:29: verstehen kann und es ist ja ein Experiment, das Kinder machen könnten in dem Sinn.
00:07:35: In dem Sinne hat eine gewisse Zugänglichkeit.
00:07:38: Und das andere ist die Größe der Experimente und das Ganze ist bestimmt etwas, was die Leute fasziniert.
00:07:46: Es gibt auch viele Leute, die schon da waren an anderen Leuten berichten.
00:07:49: Und das andere ist halt, dass das Zerren selbst eine sehr renommierte Institution ist.
00:07:54: Also es wurde ja in den Jahren verursacht.
00:07:57: Es ist über siebzig Jahre alt und wichtig für Europa, an dem diese Zusammenarbeit ich erwähnt habe.
00:08:03: Ich glaube auch ein Aspekt, der die Leute interessiert.
00:08:06: Diese großen internationalen Organisation haben schon eine gewisse Anziehungskraft.
00:08:12: Man liest über das ZERN, man kennt das Zern und daher ist das Interesse groß.
00:08:18: faszinierend und dann nimmt man diese Bilder mit und verbreitet das auch.
00:08:22: Und für uns ist es natürlich sehr schön, also ich freue mich sehr über das Interesse und finde es wunderbar wenn sich die Leute von unserer Arbeit interessieren!
00:08:30: Ich denke mal dass das auch sehr viel zurück gibt.
00:08:33: da muss ich allerdings fragen passiert es dir manchmal?
00:08:35: Dass die Leute Missverständnisse mitbringen, die du aufklären musst?
00:08:41: Ja, Missverständnissen nicht im großen Sinne... Also natürlich gibt es Sachen, die über die Medien kommuniziert wurden wie zum Beispiel beim Start vom LAC.
00:08:51: Aber es ist die Geschichte.
00:08:52: wenn wir jetzt den Beschleuniger einschalten würde ein großes schwarzes Loch entstehen und wir würden alle zugrunde gehen und solche Sachen.
00:08:58: Ist nicht passiert?
00:08:59: Es glaube ich nicht passiert!
00:09:01: Und da kann man auch ziemlich gut sagen dass es nicht passieren wird weil die Energien die wir im Experiment erzeugen können diese Kollisionsenergien die passieren anderen Orts im Universum ständig.
00:09:12: Das ist einfach so das wir am Zähnen das in konzentrierten experimentellen Bedingungen machen können und diese Kollisionen untersuchen können.
00:09:20: Aber sonst, in der kosmischen Strahlung hat man diese Art von Energien und Kollisionern und es ist nichts passiert.
00:09:27: Ich glaube das sind ziemlich gutes Argument dass das nicht passieren wird.
00:09:30: Als wir am CERN waren war da auch die Rede vom FCC dem Future Circular Collider.
00:09:37: ich hoffe ich sage das richtig.
00:09:39: Das ist das geplante Nachfolgeprojekt vom LHC.
00:09:44: Welche Fragen soll denn diese Maschine beantworten?
00:09:48: Also, wir machen jetzt die Forschung am LHC seit knapp zwanzig Jahren und der LHCE war sehr erfolgreich.
00:09:57: Und daran haben wir das Higgs Boson gefunden.
00:09:59: Das Higgs boson war das letzte Teilchen in unserer Theorie dem Standardmodell, dass wir bisher noch nicht experimentell nachgewiesen hatten.
00:10:08: Der Standardmodel ist eine Theorie oder weniger.
00:10:11: alle Experimente, die wir gemacht haben erklärt.
00:10:14: Aber gleichzeitig wissen wir, dass das Standardmodell nicht komplett ist und dass es wichtige Fragen unbeantwortet lässt.
00:10:22: Zum Beispiel sieht man aus astronomischen Beobachtungen, dass es die dunkle Materie gibt.
00:10:27: Wir sehen im Universum, dass alles zächeres Materie aufgebaut ist aber nicht Antimaterie.
00:10:34: während zur Zeit des Urknalls ein Gleichgewicht aus Materie und Antimaterie geherrscht hat, also fragt man sich was mit der Antimatterie passiert ist.
00:10:41: Und solche Fragen werden durch das Standardmodell nicht beantwortet.
00:10:45: Um diese Fragen zu beantworten, braucht man Theorien die über den Standardmodel herausgehen?
00:10:50: Wir versuchen jetzt auch am LHC hinweise auf solche neuen Theorieren zu finden aber bisher ist es uns noch nicht gelungen.
00:10:58: Das kann zwei Gründe haben.
00:11:00: Also meistens haben diese Theorien, die sagen gleichzeitig auch neue Teilchen voraus, die man experimentell finden könnte.
00:11:08: Und der Grund warum wir sie am LAC noch nicht gesehen haben, könnte einerseits sein dass sie einfach zu schwer sind.
00:11:14: also das wird den Energiebereich damit zur Zeit mit dem LAC-Abdecken nicht reicht um diese Teilchen zu finden oder es könnte sein dass diese Teilche so schwach wechselwirken mit unseren bekannten Teilchen Prozesse einfach zu selten sind.
00:11:32: Und deshalb gibt es den Future Circle Corridor, der hat wie ein zweiteiliges Ausbauprogramm also es gibt erst eine Stufe wo Elektron mit Positron kollidiert werden.
00:11:44: das nennen wir eine Präzisionsmaschine oder den FCCEE.
00:11:48: kurz und da in dieser Ausbaustufe kann man das Higgs Boson zum Beispiel sehr präzise untersuchen.
00:11:55: also wir können höchstgenaue Messungen über das Standardmodell machen und dann eben auch diese seltenen Phänomene untersuchen.
00:12:03: Und die zweite Ausbaustufe, die dann weiter weg ist, ist ein Hadroncolleider also ähnlich wie der LHC das nennen wir FCCHA und dieser neue Beschleuniger sondern zehnmal mehr Energie haben als der etwa zehn mal mehr aus der Lhc und dadurch haben wir natürlich einen neuen Energiebereich wo sie uns bisher verborgenen Teilchen sich verstecken könnten.
00:12:27: Und das Ganze ist auf einen relativ langen Zeitraum ausgelegt.
00:12:32: Also die ersten Experimente am FCC EE könnten etwa Ende der vierziger Jahre starten und der Hadron Collider würde dann erst in den zwanzig-siebziger Jahren beginnen, und dazu ist eben ein neuer Beschleuniger nötig, der etwa neunzig Kilometer lang werden soll und am Zern gebaut werden soll und für den dann der Relat C sozusagen ein vorbeschleuniger sein könnte.
00:13:02: Du hast es ja gerade schon angesprochen, das sind riesige Dimensionen eine unglaublich große Maschine und vor allem ist der Zeithorizont natürlich jetzt sehr lang angelegt.
00:13:15: wenn du sagst, zwanzigvierziger Jahre und zwanzichsiebziger Jahre da bist du ja schon quasi in Rente oder wirst in Rnte gehen?
00:13:23: Und dann frage ich mich was motiviert dich daran an etwas zu arbeiten, bei dem du nicht diejenige sein wirst.
00:13:33: Nicht in den Maße jedenfalls, quasi die Früchte dieser ganzen Arbeit trägt.
00:13:37: Das ist natürlich etwas wo die Belohnung sehr weit in der Zukunft liegt?
00:13:41: Ja das ist richtig!
00:13:42: Also ich meine es ist grundsätzlich so dass die Zeitskalen in der Teilchenphysik lang sind.
00:13:46: auch der LHC hat lange Zeitskallen und es dauert eine gewisse Zeit bis wir die Ergebnisse erreichen.
00:13:54: Also wenn ich mich darauf fokussieren würde und sozusagen nur die Ergebnisse im Vordergrund sehe, in denen ich zu einem gewissen Zeitpunkt erreiche dann kann man schon ungeduldig werden denke ich.
00:14:06: Ein großer Teil meiner Arbeit ist auch das Design der Experimente.
00:14:10: also eben du hast diese Lithium-Pixel-Detektoren erwähnt an denen ich arbeite und das ist ein Teil sehr für wichtig ist bei meiner Arbeit und der mir auch großen Spaß macht.
00:14:21: Also es geht darum, sich zu überlegen wie man diese Detektoren überhaupt bauen kann damit man die Teilchen nachweisen kann wie man sie optimieren kann damit sie höchste Präzision liefern usw.
00:14:35: Wir arbeiten an der Hardware-Entwicklung um diese Detktoren zu machen und da stellen sich alltägliche Probleme und Herausforderungen beantworten müssen und an denen wir arbeiten.
00:14:47: Und in dem Sinne ist es jetzt die ideale Phase, auch mal ein FTC zu arbeiten weil man das Experiment wirklich von Grund auf neu durchdenken und neu konzipieren kann.
00:15:00: also man kann sich wirklich überlegen was sind die Technologien die wir haben können zu der Zeit?
00:15:07: Wie können wir sie optimal nutzen um diese Experimente zu bauen?
00:15:11: Das andere Es ist nicht unendlich weit weg.
00:15:15: Ich meine, es klingt jetzt schon einigermaßen weit weg, dass die Experimente Ende der Jahrzehnte zu laufen beginnen.
00:15:21: Aber um das zu ermöglichen muss man auch in den Jahrezehnten mit dem Bau beginnen.
00:15:25: Weil es halt solche großen Projekte sind, braucht halt die Design- und die Bauphase eine gewisse Zeit.
00:15:31: Ich habe Freude an diesem Designprozess und kann gut damit leben, dass dann andere Leute von diesen Detektoren oder von diesem Design ... profitieren und das auswerden.
00:15:43: Das ist auch irgendwie eine schöne Sache, wenn man etwas hat, wo zukünftige Generationen von Wissenschaftlern daran arbeiten können.
00:15:52: Eben über diese fast zwanzig Jahre, wo der LHC jetzt gelaufen ist, ist viel Expertise aufgebaut worden.
00:15:59: also es nicht einfach mit so vielen Leuten zusammenzuarbeiten um diese Experimente zu machen und es hat eine große Entwicklung in der Zusammenarbeit, aber auch in der Technologie und so weiter stattgefunden die für den FTC sehr relevant ist.
00:16:16: Und wenn wir das nicht weitertragen dann ist halt die Gefahr dass es irgendwann verloren geht und deshalb denke ich schon dass es wichtig ist dass man jetzt damit anfängt.
00:16:25: Das ist ja auch nicht mein Vollzeitjob indem sie mich arbeiten weiter an LHC und ein kleiner Teil meiner Zeit verwende ich dazu auf mir Gedanken über den FDC zu machen.
00:16:36: Nun ist der FDC natürlich das günstigste Forschungsprojekt.
00:16:40: Über zwölf Jahre verteilt sollen etwa fünfzehn Milliarden Franken ausgegeben werden, der Steuerzahler möchte natürlich solche Ausgaben gut gerechtfertigt sehen.
00:16:49: abgesehen vom Wissensgewinn welchen Mehrwert siehst du für die Bevölkerung der Dich?
00:16:55: Du hast natürlich schon erwähnt dass man quasi Technologien vorantreiben kann und dass man auch das Know-how behält.
00:17:03: gibt es noch andere Punkte die du da siehst?
00:17:06: Ja, es gibt durchaus auch noch andere Punkte.
00:17:08: Aber bevor ich darauf komme, möchte ich auch erwähnen dass man glaube ich diese Zahl der fünfzehn Milliarden ein bisschen in Relation setzen sollte weil erstens mal ist das eine lange Zeitspanne von zwölf Jahren und auch möchte ich erwähne, dass siebzig Prozent dieser Kosten sind bereits durch das laufende Zernwütsche gedeckt Und ich denke schon, dass Europa ein Interesse daran hat weiterhin als Institution zu haben und indem sie das Budget fortzuführen.
00:17:39: Und dann gibt es noch einen gewissen Teil an Mehrkosten, und dafür sind zurzeit die Gespräche im Gange wie man das abdecken könnte unter anderem zum Beispiel mit anderen internationalen Partnern, die sich auch an den Experimenten beteiligen was meiner Meinung nach sicher sehr sinnvoll wäre.
00:17:57: Vielen Dank für den Kontext!
00:17:58: Aber das andere eben bezüglich Der Anwendbarkeit, eben du hast die Technologien erwähnt.
00:18:05: Indem was ich gesagt habe meinte ich das jetzt spezifisch für die Teilchenphysik so dass wir in der Zukunft Experimente der TeilchenPhysik machen können und die Technologie da zu verwenden.
00:18:14: Aber natürlich sind diese Technologien nicht nur relevant für die Teilchenmusik, also auch was man in der Vergangenheit gesehen hat.
00:18:21: Die ganze Idee Teilchen, die wir beschleunigen und in die Detektion Technologieren haben Anwendungen, die strahlen.
00:18:28: zum Beispiel in der Medizin, also in der Krebsbehandlung werden zum Beispiel Protonen verwendet um bestimmte Tumorsorten zu bestrahlen.
00:18:37: Die Detektoren haben Anwendungen in der medizinischen Diagnostik ist natürlich das Zähren.
00:18:46: Und gerade wenn so ein großes Projekt gebaut wird, ist auch wirtschaftlich interessant für Europa, insbesondere für die Host-State des Zähns also für Frankreich und die Schweiz weil die ganzen Komponenten und auch die Dienstleistungen müssen ja irgendwo herkommen und das stärkt dann auch die Industrie und die Dienstleister in der Umgebung des Zahns oder in den ganzen Schweiz.
00:19:12: In Betracht ziehen sollte, ist das CERN auch einen großen Beitrag leistet zur Ausbildung junger Leute.
00:19:21: Was ich da sehe ist dass du das ihr als Forscher euch sehr viel Gedanken darüber gemacht habt wie man den FTC verantwortungsbewusst verwirklichen könnte und betreiben könnte.
00:19:33: Wie siehst Du das grundsätzlich mit Verantwortung in der Grundlagenforschung?
00:19:37: Welche Bedingungen müssen erfüllt sein damit man verantwortlich Grundlagenforschung betreibt?
00:19:44: Ja, also das eine was du schon angesprochen hast ist eben die ganzen Nachhaltigkeitsstrategie beim Bau des FCC.
00:19:51: Also ich glaube man muss sich schon Mühe geben dass wenn man so ein riesiges Projekt umsetzt dass man auch da in der ganzen Umsetzung in die entsprechende Forschung investiert wie man diesen Bau optimiert dass man Ressourcen schon bauen kann, dass man recyclete Materialien verwendet.
00:20:11: Dass man versucht eine Energie so gering wie möglich zu halten und entsprechende Technologien entwickelt.
00:20:17: Und da sehe ich den FTC auch als Chance um eben solche Technologieren zu entwickeln die dann wiederum anderen Anwendungen zugutekommen.
00:20:27: Und grundsätzlich als Verantwortung sehe dass wir offen kommunizieren, das wir machen.
00:20:34: Dass wir die Leute mit einbeziehen und transparent kommunizierend was gemacht wird, warum es gemacht wird – und dass es einen Dialog gibt mit der Bevölkerung.
00:20:44: Und auch da gibt sich das zählen große Mühe, dass insbesondere mit den umliegenden Gemeinden in der Schweiz oder in Frankreich ein Dialog stattfindet und die bedenken der Leute ernst genommen werden und adressiert werden.
00:20:58: Das ist natürlich sehr schön zu hören!
00:21:00: Danke!
00:21:02: Du trägst jetzt natürlich viel Verantwortung in deinem Job und deswegen wollte ich dich zum Schluss noch fragen.
00:21:07: Bei einem Job, der so geistig anspruchsvoll ist mit der Verantwortung die du trägbst wie findest du eigentlich den Ausgleich?
00:21:15: Ja das hast du anfangs kurz erwähnt.
00:21:16: also ich habe eine Familie mit kleinen Kindern Und da ist es sehr einfach, abzuschalten.
00:21:22: Weil kaum ist man zu Hause sind die Themen ganz andere und das hilft mir sehr sozusagen den Bezug zu anderen Sachen zu haben.
00:21:33: Dann kümmert man sich um die Kinder, um die Familie, macht Ausflüge, macht dies, macht das... ...und schon ist man in einer ganz anderen Welt.
00:21:41: Ich glaube, dass geht ganz gut!
00:21:43: Ja ich glaube das können auch viele Eltern jetzt nachvollziehen.
00:21:48: Zum Abschluss des Gesprächs würde ich gerne noch kurz auf die Zeit, die du in der Studienstiftung hattest zu sprechen kommen.
00:21:56: Was hast du denn daraus mitgenommen?
00:21:59: Das muss man sagen ist leider jetzt auch wirklich schon eher lange her.
00:22:03: aber ich erinnere mich gerne an die Zeit zurück und insbesondere was ich toll fand war... die Beziehung zu meinem Mentor.
00:22:12: Also ich hatte einen Professor an der Uni, zu dem ich hingehen konnte und er mir etwas über den universitären Betrieb gezeigt hat usw.
00:22:19: Und für mich war das so einfach eine tolle Erfahrung und hat wie sozusagen eine große Barriere überwunden weil vorher hatte ich auch nie Kontakt mit dem universitärem Unfeld oder mit Professoren und es war einfach toll zu sehen dass das sozusagen... Ja, auch nur Menschen sind mit denen man interagieren kann und die sich auch für junge Studierende interessiert.
00:22:41: Und einem Tipps geben was man noch machen könnte.
00:22:43: und da glaube ich hat die Studienstiftung sehr geholfen.
00:22:47: Das andere ist halt die anderen Studienstifter.
00:22:52: also man hatte immer wieder Treffen gehabt mit Leuten und es war einfach eine sehr vielfältige Gruppe.
00:22:59: Man hat Leute kennengelernt und Spaß gehabt.
00:23:02: das war eine gute Zeit würde ich sagen.
00:23:05: Vielen herzlichen Dank, Lea.
00:23:07: Vielen dank, dass du uns die Zeit geschenkt hast für dieses Gespräch und das du uns so viele interessante Einblicke in deine Forschung gegeben hast.
00:23:15: Herzlichen
00:23:16: Dank dir Sandra!
00:23:17: Und an die Studienstiftungen.
00:23:18: Es hat mir sehr Spaß gemacht heute hier zu sein.
00:23:22: Liebe Hörerinnen und Hörern auch Ihnen danke ich herzlich fürs Zuhören mit Denken und dabei sein.
00:23:27: diesen Podcast können Sie auf allen gängigen Podcastplattformen abonnieren.
00:23:31: So stellen sie sicher dass Sie keines der Gespräche mit weiteren spannenden Persönlichkeiten aus dem Netzwerk der Schweizerischen Studienstiftung verpassen.
00:23:40: Wenn Sie uns bereits abonniert haben, vielen herzlichen Dank!
00:23:42: Es freut uns wirklich sehr!
00:23:44: Falls Sie Feedback-, Anregungen oder Ideen mit uns teilen wollen, senden sie uns bitte dieses Mail an infoatstudien-Stiftung.ch.
00:23:53: Wir freuen uns sehr!
00:23:55: Vielen herzliche Dank und bis zum nächsten Mal!
00:24:04: Ein Podcast der Schweizerischen Studienstiftung.
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